Final Fantasy XV – Würdiger Nachfolger oder Konsumprodukt?

 
Die wohl zutreffendste Aussage für Final Fantasy XV lieferte der Entwickler Square Enix direkt im Begrüßungsbildschirm. „Ein Final Fantasy für Fans und Neueinsteiger“ lautet der einleitende Spruch des Spiels. Diese Devise zeichnet sich auch relativ schnell im Spielgeschehen ab. Es lassen sich viele alte Elemente der vorherigen Teile finden und doch hat Final Fantasy XV, dank des neuen Spielprinzips und dem unzertrennlichen Bande der vier Protagonisten, einen ganz eigenen Charme. Dank der Luminous Engine und den talentierten Grafikdesignern von Square Enix wird dieser Charme mit Hintergründen, Charakterdetails und einzigartigen Monsterdesigns unglaublich gestärkt. Durch die unglaublich gut animierten Kombinationsangriffe und Angriffsbefehle der Mitglieder erhält das Spiel mehr Dynamik und Spielspaß.
 

Einleitung

In Final Fantasy XV steht der Leitfaden ganz im Angesichte der Brüderlichkeit. So ist die Gruppe, bestehend aus Prinz Noctis, Gladiolus, Prompto und Ignis (Bild links von Oben nach Unten), nicht irgendeine zusammengewürfelte Gruppe, welche sich für den Kampf gegen das Böse zusammenrafft, sondern eine Gruppe enger Freunde, die sich einander vollkommen vertrauen müssen. Entsprechend ist der Story-Verlauf des Spiels gespickt mit Problemen, ihre Freundschaft aufrechtzuerhalten und das Böse endgültig zu bekämpfen. Egal ob durch Kämpfe, Erkundungen des Landes oder dem Aufmotzen des Regalias, einander zu vertrauen, hat die höchste Priorität.
 

Charaktere

Final Fantasy XV ist wohl eines der wenigen Spiele, bei denen es äußerst unglücklich wäre eine umfassende Beschreibung der Charaktere abzugeben. Das Spiel lebt von den Erfahrungen, welche die Truppe durchlebt, eine längere Beschreibung würde lediglich den kompletten Wind aus den Segeln der Spieler nehmen. Um euch nicht komplett im Dunkeln zu lassen, werde Ich so wenig wie möglich von den Charakteren preisgeben und dennoch eine angebrachte Kurzbeschreibung zu jedem der Vier liefern.
 

Noctis (Noctis Lucis Caelum)

Als Prinz lebt es sich nicht leicht. Schon gar nicht als der letzte Erbe des letzten Adelsgeschlechts, das über das letzte Königreich Lucis herrscht und den Kristall beschützt. Die Göttin Etro segnete ihn einst mit besonderen Fähigkeiten, um seiner Bestimmung als Thronfolger und Beschützer von Lucis gerecht zu werden. Die Fähigkeiten des rebellischen Prinz lassen ihn diverse Waffen beschwören. Begleitet wird er von seinen Freiheitsfreunden Gladiolus, Prompto und Ignis.


Gladiolus (Gladiolus Amicitia)

Von seinen Freunden nur Gladio genannt, ist dieser muskulöse Mann schon seit Kindertagen an Nocts Seite und beschützt ihn. Dies macht er zwar freiwillig, allerdings würde ihm auch nicht wirklich eine Wahl bleiben. Denn der Brauch besagt, dass der älteste Sohn der Amicitia-Familie der Beschützer der Krone sein soll. Die Spezialisierung des immer äußerst gelassenen Kerls ist das Breitschwert oder die Faust.
 

Prompto (Prompto Argentum)
Prompto ist ein aufgeweckter blonder Mann mit Sommersprossen. Einst flüchtete er aus einem anderen Land und lernte dann Noctis kennen. Trotz des Verbots auf Lucis, spezialisierte er sich auf eine Vielzahl von Schusswaffen. Sein meist glückliches Auftreten, gepaart mit einem Scherzen für zwischendurch, bringt ein wenig mehr Leben in die Gruppe.

Ignis (Ignis Stupeo Scientia)
Der Koch und Chauffeur der Truppe ist ebenfalls ein Kindheitsfreund von Noctis. Er trägt seine Brille nicht unbedingt, weil er nichts sieht, sondern mehr, dass ihm nichts entgeht. Spezialisiert hat er sich auf Messer und Heilungen. Des Weiteren hilft er dem Team mit ausgeklügelten Plänen und Strategien.
 

Story

Das Königreich Lucis besitzt die Macht über den letzten gigantischen Kristall. Dieser ist der Katalysator für Magie, um den Reichen und Nationen Wohlstand und Schutz zu garantieren. Um den letzten Kristall zu schützen, errichtete König Regis einst ein Schutzschild um die Stadt. Um einen erneuten Krieg zu verhindern, soll zwischen den beiden Königreichen Lucis und Niflheim ein Friedensabkommen unterzeichnet werden. Neben dem Abkommen soll allerdings auch eine Heirat zwischen dem einzigen Sohn und Erben, Prinz Noctis Lucis Caelum, und Prinzessin Lunafreya aus Tenebrae stattfinden. Da dieses Land eine Provinz des Imperiums von Niflheim ist, würde damit eine klassische Ansicht des Friedens vermittelt werden. Wie sich allerdings herausstellte, sind nicht alle mit diesem Plan einverstanden…

Gameplay

Der Umstieg von dem altbekannten rundenbasierten Kampfsystem auf ein Echtzeit-Kampfsystem ist wohl die größte Umstellung im neuen Ableger der Final Fantasy-Reihe. Auch wenn sich das neue System kaum mit einem der vorherigen vergleichen lässt, so sind doch einige ältere Elemente wie Magie und Beschwörungen vorhanden. Des Weiteren sorgt die KI der drei Begleiter für einen flüssigeren Ablauf des Spiels und macht somit das Kämpfen in einem so schnellen Kampfsystem um einiges angenehmer. Mit Hilfe des Schadensmodulators wird der Spieler für die Flankierungen und Angriffe an die richtigen Gliedmaßen mit extra Schaden belohnt. Die unglaublich gut animierten Kombinationsangriffe und Angriffsbefehle geben den Kämpfen eine guten Dynamik und lassen das Spielgeschehen wie einen Gruppenkampf wirken, auch wenn man nur Noctis an sich steuert.

In einem RPG steht normalerweise immer das Sammeln von Erfahrungspunkten, die Erweiterung der Fähigkeiten und das Erlernen der Kampfkunst im Vordergrund. Final Fantasy XV schiebt hier einen Riegel vor das alte Modell. Die Jungs wissen bereits wie man kämpft, es gilt lediglich Feinheiten zu verbessern und die Klinge zu schärfen. Die Stärke der Gruppe steigt somit mit den ausgerüsteten Accessoires und Waffen. Natürlich bleibt das Leveln nicht komplett außer Acht, denn die zu verteilenden Fähigkeitspunkte und die damit verbundenen erlernten Fähigkeiten dienen meist einer Erweiterung von Gruppenfähigkeiten und Statuswerten. Außerdem solltet ihr darauf achten, euch nicht zu hohen Gegnern zu nähern. Diese können euch gut und gerne mal mit einem Schlag über die Wuppe schicken.

Damit jeder den Tag/Nacht-Zyklus gut übersteht, muss auch mal gerastet werden. Wenn dafür keine Pension in der Nähe ist, muss eben gezeltet werden. Als Abwechslung zum Kämpfen gibt es für jeden der Vier ein Talent, welches sie während der Reise verfolgen und verbessern. Während Ignis für die Jungs kocht und Gladiolus das Überleben der Truppe durch Sammeln sichert, vergnügt sich Noctis beim Angeln. Um die spannendsten Momente der Reise festzuhalten, schießt Prompto ab und zu Fotos vom Geschehen, welche in einem Album abgespeichert werden.

 

Fazit

Was könnte man sich von einem Final Fantasy mehr wünschen, als mit einem Chocobo in der Farbe seiner Wahl durch das riesige Land zu streifen und altbekannte Monster wie Tomberrys oder einen Yojinbo entgegenzutreten? Genau. Eigentlich nichts. Ich finde Final Fantasy XV hat es mit dem überwältigendem Design, Detailgenauigkeit, Retro-Feeling und einer Open-World wieder einmal geschafft, ein Meilenstein in der Final Fantasy-Reihe zu setzen. Die Kombination aus Film, Anime und Spiel funktioniert hierbei wirklich super und lässt viel Spielraum für mehr. Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt. Trotz der Liebe zum Detail, die Ausarbeitung der Beziehung zwischen Noctis und seinen Kameraden und der absolut überragenden Design-Umsetzung kann ich die Entwicklung von Square Enix bei der Spielereihe nicht unterstützen. Die Auswahl der Schwierigkeitsgrade von Leicht und Normal lässt hierbei schon auf den ersten Fehler schließen. Das Spiel besitzt kaum noch Herausforderungen. Ich habe in 65+ Spielstunden auf dem Schwierigkeitsgrad Normal kein einziges Mal einen „Game Over“ erlitten. Weder bei normalen Monstern, Bossen oder Jagdaufträgen. Selbst die Beschaffung von Elixieren, Heiltränken und sonstige Utensilien regelt sich im Endeffekt durch die Fähigkeit von Gladio irgendwann von alleine. Des Weiteren wird der eigentlich vereinfachte Kampfablauf sehr schnell zur Qual, wenn er in einem etwas kleinerem Raum oder Gang stattfindet. So hat man häufig Probleme, Gegner im Ziel wirklich im Sichtfeld zu behalten und ihre Fähikeitsanimation zu studieren. Geschweige vom Durchschalten der Zielanvisierung auf Gliedmaßen. Viele der genannten Punkte sind zur hohen Wahrscheinlichkeit meiner Erfahrung mit Final Fantasy-Spielen geschuldet und daher womöglich auch ein wenig zu hoch gegriffen. Viele Elemente des neuen Ablegers sind allerdings auch weiterhin auf dem unglaublich hohen Final Fantasy-Niveau wie deren Vorgänger. So kommen auch die überzeugenden Inszenierungen und die emotionalen Momente hierbei nicht zu kurz. Unterstützt wird das ganze mit einem überwältigendem Soundtrack und der Möglichkeit, auch Soundtracks der älteren Teile abspielen zu lassen. Mit dem „Opening Theme“ aus Final Fantasy VII lässt es sich übrigens super über die Straßen des Landes fahren.

Zum Abschluss bleibt lediglich zu sagen:
Final Fantasy XV ist ein Meilenstein und trotzdem noch unausgereift. Wie der Publisher allerdings schon im Ladebildschirm mitteilte, trifft der Satz „Ein Final Fantasy für Fans und Neueinsteiger“ hierbei vollkommen zu.


8.5
von 10

Ravenstorm

Was könnte man sich von einem Final Fantasy mehr wünschen, als mit einem Chocobo in der Farbe seiner Wahl durch das riesige Land zu streifen und altbekannte Monster wie Tomberrys oder einen Yojinbo entgegenzutreten? Genau. Eigentlich nichts. Ich finde Final Fantasy XV hat es mit dem überwältigendem Design, Detailgenauigkeit, Retro-Feeling und einer Open-World wieder einmal geschafft, ein Meilenstein in der Final Fantasy-Reihe zu setzen.


Ravenstorm
Guten Tag die Damen und Herren, mein Name ist Armin aka. Ravenstorm. Ich schreibe gerne Artikel und Reviews zu Spielen und Anime/Manga.

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