Auslöschung: Review zur Netflix-Produktion

Vor einem Jahr war der Soldat Kane (Oscar Isaac), Ehemann von Wissenschaftlerin und Dozentin Jane (Natalie Portman), spurlos verschwunden. Als sie sich schon mit dem Gedanken abgefunden hat, jetzt Witwe zu sein, steht er auf einmal an ihrer Tür. Er wirkt äußerst verwirrt und bricht kurz darauf zusammen. Die gleichermaßen verzweifelte wie irritierte Lena ruft sofort den Notarzt, doch auf dem Weg ins Krankenhaus werden sie von einigen SUVs abgepasst und Lena findet sich in einer Art Zelle wieder, die – wie sich später herausstellen soll – Teil des Southern Reach Institutes ist. Die Biologie-Professorin erfährt, dass ein Gebiet an der Küste auf unerklärliche Art kontaminiert worden und von einem merkwürdigen Schimmer umgeben ist und dass ihr Mann Teil der letzten Erkundungsmission gewesen ist und gleichsam der bislang einzige, der aus dem als Area X titulierten Gebiet jemals zurückgekehrt ist. Um herauszufinden, was ihrem Mann zugestoßen sein mag, erklärt sich Lena gegenüber der Psychologin Dr. Ventress bereit, die nächste Expedition zu begleiten. Kurz drauf bricht ein, aus fünf Frauen bestehendes, Team auf, um in die Sperrzone nahe der Küste vorzudringen, doch kaum innerhalb des Schimmers angelangt, beginnen die Merkwürdigkeiten und Gefahren sich zu häufen.

Fans von Science-Fiction-Klassikern sollten sich den Film unbedingt anschauen, denn Alex Garland hat hier großartige Arbeit geleistet. Schauspielerisch wird der Film dabei von einer Natalie Portman getragen, die schon lange nicht mehr so gut, konzentriert und gleichzeitig selbstbewusst agiert hat. Obwohl sie aktuell deutlich weniger Filme dreht, gehört sie immer noch zu den leistungsfähigsten Stars in Hollywood. Mit einer unnachahmlichen Mischung aus Gefühl, Intellekt und Tatendrang spielt sie die Lena und nimmt den Zuschauer auf ihre Reise mit. Ebenfalls herausragend ist Jennifer Jason Leigh, die ihre unzähligen Stunden an Forschung und der fehlende Fortschritt förmlich ins Gesicht geschrieben stehen. 

Während dem Verlauf des Films werfen die Geschehnisse hin und wieder Fragen auf. Was genau dieser mysteriöse Schimmer nun eigentlich ist und wo er her kommt. Die letzte Szene lässt einen dann trotz oder gerade wegen ihres Verweigerns, eine Erklärung anzubieten, atemlos zurück – spätestens jetzt ist klar, dass Garland mit Auslöschung einen modernen Sci-Fi-Klassiker geschaffen hat, der nicht unbedingt etwas für die breite Masse ist.

Auch wenn Auslöschung einige Antworten liefert, so lässt Regisseur Alex Garland genügend Fragen offen, um für reichlich Diskussionen zwischen Filmfans zu sorgen. Wie selbstzerstörerisch gehen wir mit uns und unserer Umwelt um? Wo führt uns die Evolution hin? Können wir der Biologie überhaupt Glauben schenken? Nach wie vor bleibt anzumerken, dass Alex Garland erneut ein faszinierendes Werk gelungen ist, womit er sich erneut als großartiger Science-Fiction-Regisseur bewiesen hätte.


9
von 10

wshbr

Für mich ist es ein sehr guter Film geworden, auch wenn es für meinen Geschmack ein bisschen zu viele offene Fragen geworden sind. Da diese jedoch für reichlich Gesprächsstoff sorgen gleicht sich dies dadurch aus. Alex Garland wagte sich an die eigentlich als unverfilmbar einzustufende Geschichte von VanderMeer auf die Leinwand zu übertragen und fügte dieser noch seinen eigenen Touch, eigene Facetten und Ideen hinzu und zauberte einen großartigen Film für uns Zuschauer. Neben all dem Alien- und Weltall-Sci-Fi der letzten Jahre nimmt die Auslöschung definitiv eine Sonderstellung in meinen Erinnerungen ein.


wshbr

Tagchen auch, ich bin Jesper. Ich befasse mich schon seit einiger Zeit ausgiebig mit Serien & Filme und hoffe, dass meine Beiträge den ein oder anderen Leser von einer neuen Serie oder einem neuem Film überzeugen können! Viel Spaß!

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