Virgil Abloh – Designer oder Copycat?

Der Name Virgil Abloh sollte jedem Modeinteressenten ein Begriff sein. Er wird von vielen als Genie gefeiert, jedoch wird er in letzter Zeit ziemlich oft mit Kritikvorwürfen konfrontiert. Der „Off-White“-Gründer und Creativedirector von Louis Vuitton hat in den letzten Jahren maßgeblich dazu beigetragen, Streetwear und High Fashion zu verbinden. Nun wird ihm erneut vorgeworfen, dass er die Ideen eines anderen Designers geklaut hätte.

Jeder weiß, dass in der Modeindustrie schon immer kopiert wurde, das ist nichts neues. Manchmal geben Designer/inen anderen Kreativen Köpfe ganz offen als Inspirationsquelle an oder wollen ihnen mit ihren Entwürfen sogar eine Hommage schaffen und manchmal bedienen sie sich aber auch ganz dreist an den Ideen anderer. Unter dem Deckmantel der Kunstfreiheit ist so ziemlich alles erlaubt, im Modesign gibt es nicht so etwas wie Copyright, denn die Modebranche ist mit ihren unzähligen Saisons und Kollektionen ein äußerst schnelllebiges Business und jeder Designer steht unter großem Erfolgsdruck und möchte nicht in Vergessenheit geraten.

Designer oder billige Copycat?

Aktuellstes Beispiel: Die Modemarke Balenciaga, unter der Leitung von Vetements-Gründer Demna Gvasalia, hatte erst Mitte Juli mit diesem Thema zu kämpfen. Der bekannte Instagram-Account und „Mode-Wachhund“ „Diet Prada“ deckte auf, dass die Brand eins zu eins den Inhalt der Masterarbeit einer jungen Berliner Modedesignstudentin übernommen hatte. Ohne Credit, ohne Bezahlung, ohne Anerkennung – einfach eine dreiste Kopie.

Ähnliches wird jetzt Virgil Abloh vorgeworfen, nur dass es sich bei dem Bestohlenen nicht um einen Studenten, sondern einen renommierten Designer handelt: Der belgische Designer Walter Van Beirendonck, Mitglied der berüchtigten Antwerp Six, hat Abloh vorgeworfen, für die Louis Vuitton Menswear Spring Summer 2012 Kollektion viele Elemente seiner eigenen Designs kopiert zu haben. Dabei bezieht er sich besonders auf die einfarbigen Jacken, an denen dreidimensionale Puppen hängen. Diese sind laut Van Beirendonck den Jacken aus seiner ‚Woest‘-Kollektion (Herbst-Winter 2016) sehr ähnlich. Außerdem geht es um eine gelbe, asymmetrische Sonnenbrille, wie Van Beirendonck sie für seine ‚Sun and Moon‘-Kollektion (Herbst-Winter 2018) entworfen hat.

Louis Vuitton Fashion Show in Shanghai

Auch wenn vielen Bekannt ist, dass Abloh schon mehrfach unter so einem Verdacht stand. Beispielsweise soll er auch schon in der Vergangenheit bei Maison Martin Margiela gestohlen haben. Viele zählen Margiela auch zu den Antwerp Six Mitbegründern, da er auch während dieser Zeit dort studierte. Offiziell ist dem aber nicht so.

Virgil Abloh ist längst kein Designer mehr

Gegenüber der belgischen Zeitung „Knack Weekend“ sagt Walter Van Beirendonck: „Kopieren ist nichts Neues. Es ist ein Teil der Mode. Aber nicht so. Nicht auf diesem Level, mit ihrem Budget, ihren Teams, ihren Möglichkeiten. Das hat mich schockiert.“ Worauf er hier anspielt, ist die unfaire Machtverteilung in der Fashion-Branche. Große Labels wie Luis Vuitton haben riesige Designteams und so viel Geld, alles, egal wie kreativ und unerreichbar es scheint, umzusetzen.

„Es ist doch ziemlich klar, dass Virgil Abloh kein Designer ist“, fährt der 63-Jährige fort. „Er hat keine eigene Sprache, keine Vision. Er kann nicht Saison für Saison etwas Neues kreieren … das ist schmerzhaft. Ich habe mir durch die vielen Jahre in der Mode eine eigene [modische] Sprache aufgebaut. Diese Sprache gehört mir. Das bin ich. Er nimmt es und macht eine Kopie davon. Man kann Sachen re-interpretieren, sie anders machen. Aber da ist einfach lächerlich. Und gleichzeitig bekommt Abloh eine Menge Geld – er ist derjenige, der profitiert.“

Louis Vuitton vs. Walter Van Beirendonck

Virgil Abloh selbst hat sich noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Dabei ist es wie oben angedeutet nicht das erste Mal, dass ihm das Kopieren anderer Ideen vorgeworfen wird. Erst im letzten Monat wurde ihm vorgeworfen, das Cover-Design, das er für das posthume Album von Rapper Pop Smoke entworfen hatte, kopiert zu haben. 50 Cent Äußerte sich zu dem Cover wie folgt.

„Hey Virgil we need new album art, they ain’t going for this bullshit.“
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Jesper

Tag Freunde! Ich heiße Jesper, bin 24 Jahre alt und studiere Digital Business. Ich wohne in einer kleinen Stadt in Bayern, in der ich auch studiere. Hier auf dem Blog versuche ich meine Interessen an Fashion und Lifestyle und die damit verbundenen Intentionen mit euch zu teilen!
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